Time-of-Flight-Massenspektrometer mit
gefalteter Driftstrecke
Das Ziel des
Vorhabens bestand in der Entwicklung eines optimierten
Gerätesystems ICP-Ionenquelle / lineares
Time-of-Flight-Massenspektrometer (TOF-MS) mit gefalteter
Driftstrecke für die Analytik und
Umweltüberwachung. Eine ausreichende zeitliche Trennung der
Ionenpakete in einem linearen TOF-MS setzt bei den bisher
bekannten Entwicklungen eine Mindestlänge des Driftraumes
von ca. 1 m voraus.
Ergebnisse
- Es wurde ein
TOF-MS entwickelt, das mit einem Drittel der
Driftstreckenlänge auskommt, bei dem die Ionenpakete durch
kurzzeitige elektrische Reflexion die Driftstrecke dreimal
durchlaufen. Besondere Bedeutung kommt dieser Reduzierung der
Driftraumgröße im Hinblick auf die Minimierung der
teuren Hochvakuumtechnik zu.
- Für die
beschleunigenden Felder einer geometrischen Anordnung wurde in
allgemeiner Form die Geschwindigkeitsänderung der Ionen
bestimmt. Das hierfür entwickelte Excel-Programm erlaubt
für die jeweils eingestellten geometrischen Parameter sowie
Gitter-Potentiale eine allgemeine Berechnung der Laufzeiten der
jeweiligen Ionenpakete und war Grundlage für die optimierte
Konstruktion der elektrischen und vakuumtechnischen
Komponenten.
- Die Messsoftware
zur Datenausgabe und die Synchronisationssoftware für die
computerkontrollierte Steuerung der Scanfrequenz und der
Hochspannungs-Schaltzustände wurde erfolgreich
entwickelt.
- Die notwendige
Vakuumapparatur wurde aufgebaut, der Repeller, der
Beschleunigungskopf mit Deflektoren und das Driftrohr mit den
Steuergittern und dem Detektor wurden eingebaut. Nach der
kapazitätsarmen Montage der Hochspannungsschalter wurde das
Funktionsmuster mit ICP-Ioneneinkopplung an einem konkreten
Multielementsystem erfolgreich getestet.
- Die
charakteristischen Leistungsparameter des Vorhabens, die in der
Vorhabensbeschreibung festgelegt wurden, sind auch erreicht
worden. Insbesondere konnte der notwendige vakuumtechnische
Aufwand verringert werden.
- Der gesamte
Messprozess erfolgt computergesteuert, für den analytischen
Betrieb wurde eine Benutzeroberfläche geschaffen. Die
Spektren können gespeichert, nachbearbeitet und ausgegeben
werden. Mit den neuen gekühlten Hochspannungsschaltern
können 20 000 Spektren/s gemessen werden.
- Eine
Massenauflösung von M/ΔM ≈ 1000 wurde erreicht,
insbesondere erhöht sich die Massenauflösung bei
zweimaliger Reflexion gegenüber einem einfachen Durchlauf um
den Faktor 2.
Ergebnistransfer: Fa. Analytik Jena
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